Willkommen zu den WIT 2018!

 Die 36. Wiener Intensivmedizinischen Tage, die WIT-2018, werden vom 14. bis 17. Februar 2018 wie gewohnt im Hörsaalzentrum des Allgemeinen Krankenhauses in Wien

stattfinden. Wie bisher wollen wir ein umschriebenes Schwerpunktthema seminarartig

systematisch abhandeln und eine praktisch-klinisch orientierte Fortbildung in

einem interdisziplinären und interprofessionellen Kreis auf höchstem Niveau

bieten.

 

Die WIT-2018 werden unter dem Leitthema "Übertherapie – Man muss viel wissen, um wenig zu tun“ stehen und damit ein grundsätzliches Problem der modernen Medizin und insbesondere auch der Intensivmedizin diskutieren. Die Ursachen für die Übertherapie sind vielfältig, betreffen die Psychologie des Machens (tun ist leichter als nichts tun, Nichtstun wird als Scheitern gesehen), Unsicherheit, Unwissenheit, Festhalten an überholten Dogmen, Mangel an Informationen im individuellen Fall, die Angst vor dem Richter, und nicht zuletzt auch finanzielle Interessen, vor allem von Institutionen.

 

Übertherapie zieht sich durch alle Bereiche der Intensivmedizin. Sie kann schon am Notfallort beginnen, betrifft die (ungerechtfertige) Aufnahme auf die Intensivstation, Überdiagnostik, eine

überhöhte Invasivität oder den inadäquaten Einsatz maschineller Verfahren. Sie manifestiert sich an einem Übermaß an Sedierung, Volumengabe, Kreislauftherapie, an Blutprodukten und medikamentösen Maßnahmen. Übertherapie betrifft aber insbesondere auch das Lebensende, wenn ein kuratives Therapieziel nicht mehr erreicht werden kann.

 

Übertherapie hat wesentliche ethische Implikationen, missachtet die Würde und Integrität der Patienten, steigert Schmerz, Leid, verlängert Sterben, führt zu Frustrationen im Team, vermehrt das Leid von Angehörigen, missachtet Verteilungsgerechtigkeit und schädigt bei prinzipiell limitieren Ressourcen die Gesellschaft insgesamt. Sie ist auch ein rechtliches Problem geworden und kann

als Verursachung ungerechtfertigten Leides juridisch geahndet werden.

 

Wegen seiner eminenten Wichtigkeit wird das Leitthema „Übertherapie“ sowohl am Donnerstag, den 15. Februar 2018 stattfindenden „Gemeinsamen Seminar für Pflegepersonen und ÄrztInnen“ als auch im Hauptprogramm am 16. und 17. Februar 2018 abgehandelt.

 

Abgeschlossen wird das Programm mit einer „optimistischeren“ Sitzung über Bereiche, in denen wir oft ZU WENIG tun. In diesem Teil soll über benachteiligte Patientengruppen, Patientenkomfort, Frühmobilisierung und abschließend auch über die Palliativbetreuung von Intensivpatienten, bei denen keine Behandlungsperspektive mehr besteht, diskutiert werden.

 

Die WIT-2018 beginnt wieder am Mittwoch, den 14. Februar 2018 mit einem „ROOKIE-Seminar für ÄrztInnen“ für intensivmedizinische Anfänger und alle akutmedizinisch Interessierten. Dieses

steht unter der Devise „Ich bin allein im Nachtdienst: Was soll ich tun?“ - Fälle – Probleme – Situationen und stellt eine fallorientierte, interaktive (mit Digi-Vote-System) Fortbildung mit strukturierten Therapieempfehlungen dar.

 

Am Mittwoch, den 14. Februar 2018 und Donnerstag, den 15. Februar 2018

findet ein Simulatortraining Notfallmedizin – Intensivmedizin statt. Hierbei soll in Kleingruppen nicht

Basiswissen vermittelt, sondern das Management von Notfallsituationen in der Gruppe, Kommunikation, Koordination und Teamarbeit geübt und in videogestützten Nachbesprechungen aufgearbeitet werden (ACHTUNG Kleingruppen, nur sehr beschränkte Teilnehmerzahl!).

 

Zusätzlich werden am Donnerstag, den 15. Februar 2018 sowohl Workshops („Die nicht-invasive Beatmung“; „Echokardiographie auf der Intensivstation“; „Trouble Shooting bei ECMO“) als auch Kurse („Bronchoskopie an der Intensivstation", und „Reanimation“ für ÄrztInnen als auch Pflegepersonen) verbunden mit praktischen Übungen stattfinden.

 

In den Mittagspausen werden - um den praktisch-klinischen Aspekt der WIT zu betonen - als „Intensiv-Quiz“ geführte Sitzungen abgehalten, wobei interaktiv mit dem Publikum Diskussionen von speziellen intensivmedizinischen Problemen (Beatmungs-Quiz, Schock-Quiz, Sedierungs-Quiz, Nephro-Quiz, Antibiotika-Quiz, Elektrolyt-Quiz) erfolgen.

 

Auch wird in der Mittagspause am Donnerstag, den 15. Februar 2018 wieder eine Sitzung

der Sepsis-Gesellschaft unter dem Titel „Sepsis 3.0 – Definition, Diagnose & Therapie““ stattfinden.

 

In der Mittagspause am Samstag, den 17. Februar 2018 wird eine Ethik-Diskussion sowohl für Pflegende als auch ÄrztInnen unter dem Titel „Therapiezieländerung am Lebensende: Vorgehen in der Praxis“ abgehalten, wobei anhand von konkreten Fallbespielen ethische Entscheidung insbesondere zur

Therapiebegrenzung und –beendigung bei Intensivpatienten gemeinsam besprochen werden sollen.

 

Weiters werden in den Mittagspausen verschiedene von Firmen (mit-) organisierte „Lunch-Seminare“ abgehalten. Geplant sind: "Umgang mit Schmerz, Agitation, Delir"; "Akute Herzinsuffizienz"; "Leitlinienkonforme Ernährung des Intensivpatienten"; Argatroban bei Sepsis"; "Problemlösung bei ECLS"; "ARDS- Beatmung 2018 - Beatmungsstrategien am Transport und auf der Intensivstation" und andere.

 

Zusätzlich werden wieder Lunch-Seminare für die Pflege abgehalten, wobei als Themen „Schock:

Ursachen Diagnose, Therapie"; „Akutes und chronisches Leberversagen: Ätiologie, Diagnose, Therapie“; „ECMO Basics für Rookies und Pflege: Was solle ich wissen?“; und schließlich „Therapiezieländerung am Lebensende: Was weiter“ geplant sind.

 

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Therapieansätze, Berichte über klinische Erfahrungen und interessante Fallbeobachtungen aus dem gesamten Spektrum der Intensivmedizin werden in Kurzvorträgen diskutiert. Wir ersuchen um zahlreiche Einsendung von Abstracts/Kurzfassungen! (BEACHTE: reduzierte Teilnahmegebühr für Abstract-präsentierende Autoren)

 

Wir hoffen, dass dieses spannende Themenspektrum der Wiener intensivmedizinischen Tage 2018 zu einem sehr wichtigen Thema der Intensivmedizin Ihr Interesse finden wird und würden uns freuen, wenn Sie zu einer interessanten und lebhaften Tagung in einer freundschaftlichen Atmosphäre nach Wien kommen.

 

Für die Veranstalter

 

Anton Laggner    Michael Joannidis    Wilfred Druml    Thomas Staudinger

Andreas Valentin    Josefa Günthör    Christian Vaculik   Erwin Adrigan

 

www.intensivmedizin.at